


Heiliger Bimbam, das war was. Nachdem wir herausgefunden haben, dass es ganz in der Nähe von Salem ein Oktoberfest gibt, haben wir all unsere Kontakte spielen lassen und drei Autos inklusive "designated driver" organisiert. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Marko, Karina und einem Freund von Marko bedanken, auch wenn die das wahrscheinlich nicht lesen werden. Um 8.30 haben wir uns am Campus getroffen und sind dann Richtung Mount Angel gefahren, einem kleinen Ort etwa 40 km nordöstlich von Salem. Vorweg kann ich nur eins sagen: Genial!
Die haben das kleine Örtchen herausgeputzt, überall Amerika- Deutschland-, Bayern-, und Oktoberfest Mount Angel Fahnen, echt viele Mädels waren in Dirndln unterwegs, und das waren meistens echt schöne Dirndl, keine Touristen-Billigsdorfer-Dirndln. Auch die Lederhosenfraktion war stark vertreten, einige sogar mit Hut (inkl. Anstecknadeln) und Gamsbart. Bei diversen Standln waren alle kulinarischen und sprachlichen Köstlichkeiten vertreten: Vom Schnitzelsandwich, einer akzeptablen Variante der Schnitzelsemme)über das Wiennerschnitzel mit Pommes Fritz, zur Bratwurst, wahlweise auch Brotwurst und letztlich das Apfelküchlein.
Zur Begrüßung haben wir gleich einmal aus einem Bierzelt die süßen Klänge von Fürstenfeld gehört und fleißig mitgesungen. Unseren amerikanischen Freunden haben wir natürlich auch die wichtigsten Wörter und Phrasen beigebracht: Eins, zwei, gsuffa; O'zapft is; Bier her, Bier her, oder i fall um juchee....; hört sich alles sehr lustig an, wenns auf amerikanisch ausgesprochen wird.
Unsere erste Station war dann letztlich aber der Weingarten, in dem's aber auch Bier gegeben hat und in dem die Lufthansa Band gespielt hat. Haha, da war musikalisch auch alles vertreten. Außerdem war die Halle echt stimmig hergerichtet, mit Bayern-Flaggen, kleinen Hulzstandln... Zwischen Schunkeln, Schuhplatteln (in Amerika sind sogar meine Schuhplattler-skills beeindrucked) und dem Ententanz haben sich dramatische Szenen abgespielt. Chris hat Martina aus Schweden zum Bierwetttrinken herausgefordert. Ein Glas Bier auf Ex. Dort gibts allerdings keine Maßkrüge, auch keine Krügerl, nur so 0.3 l Bierbecher, also alles halb so wild. Chris hat ja so ziemlich jeden herausgefordert, aber alle haben was von "don't pay 5 dollars to chug a beer..." gemurmelt. Bis auf Martina a.k.a. hold my cup, I need to get a full beer...
Haha, also 1.....2.....gsuffa! Martina's Leistung war beeindruckend, Chris ist nicht einmal bis zur Hälfte seines Glases gekommen, da war sie schon fertig. Wieder was gelernt, leg dich nicht mit einer Schwedin an. Die ganze Dramatik hat sich allerdings erst danach offenbart, da auch Pascal an diesem Trinkbewerb teilgenommen hat, und er schwör, dass er um einiges schneller war als Martina, aber niemand hat mitbekommen, dass er mitgemacht hat. Da war er am Boden zerstört..
Die Lufthansa-Band hat dann noch eine 3-Tenöre Version zum besten gegeben, die ziemlich lustig war. In Frack und Zylinder sind sie auf der Bühne gestanden, die Beine von einer Bayern-Flagge bedeckt und dann haben sie gesungen und sich dazu gewunden und gebogen ... Die waren in befestigten Schischuhen und haben beim vor und zurück wogen Neigungswinkel zustande gebracht, dass sich das Publikum vor Lachen fast genauso stark mitgebogen hat!
Nach dieser Einlage sind wir dann zum Bierzelt zurückgegangen, wo wir als erst die vertrauten Klänge aus der Heimat gehört haben. Das Zelt war leider nicht ganz so schön geschmückt, was uns allerdings ziemlich egal war. Dort hat eine Band gespielt, die dem Publikum ganz schön eingeheizt hat, amerikanische Klassiker wie Sweet Home Alabama, gefolgt von qualitativ hochwertiger österreichischer Aprés-Ski Musik, Wahnsinn! Saulustig auf jeden Fall. Die deutschsprachige Fraktion unter uns war stark vertreten und hat natürlich fleißig mitgesungen, dafür waren wir nacher ganz schön heiser. Aber das wars wert.
Um halb eins macht dort leider alles dicht, was uns wieder schmerzhaft daran erinnert hat, dass wir in Amerika sind. Wir haben uns dann recht rasch auf den Heimweg gemacht, da wir noch zu einer Party schauen wollten. Die war leider schon vorbei als wir angekommen sind und wir sind dann noch mit Freunden in eine Karaoke-Bar gegangen. Das ist in amerikanischen Bars echt angenehm, antialkoholische Getränke sind um einiges billiger als bei uns.
Andi