Am Abend haben wir noch gegrillt, leider sind wir so spät zum Campingplatz zurückgekommen, dass wir nur noch die Hotdogs gemacht haben, und auf die Steakburger verzichtet haben. Die Hotdogs waren trotzdem ok. Ahja, genau. Als wir nach Hause gekommen sind haben wir festgestellt, dass unser Pikniktisch und unser Feuerholz verschwunden ist. Verdammte Mist, wer tut denn sowas! Also haben wir einmal herumgeschaut ob irgendwer zwei Bänke hat. Zunächst haben wir die Mexikaner verdächtigt. Die verdammten Mexikaner. Da kommt man ohne Vorurteile in ein Land, und schon nach kurzer Zeit fallen die Mexikaner ungut auf. Zum einen versteht man sie nicht, weil sie schlecht englisch sprechen. Außerdem arbeiten viele von denen in Motels und sind uns gscheit auf den Geist gegangen, wenn wir dort angerufen haben und ein Zimmer reservieren wollten. Und sie nehmen wenig Rücksicht auf andere. Aber ich verzettel mich da schon wieder.
Die Mexikaner hatten aber nur jeweils einen Pikniktisch. Chris hat von denen dann zumindest Feuer bekommen und wir mussten die Hotdogs im Stehen verdrücken. Am nächsten Morgen haben wir dann noch einmal geschaut wer 2 Bänke hat, und siehe da: Die deutschen warns. Eh klar! Die fallen uns immer in den Rücken. Sie haben zwar behauptet die wären schon immer dagewesen, aber die Lügen ja eh alle. Ich war zwar der Meinung, dass die am wenigsten Grund hätten uns die Bank zu fladern, da es eine Familie mit 2 Kindern war, und die gut mit einem Tisch auskommen, aber Chris argument, dass sie sich einfach gedacht haben: "Ha, den Ösis wisch ma eins aus!" hat mich dann überzeugt. Diese miesen Deutschen, Bayern auch noch. Wer tut denn sowas?
Ich sollt noch a bisl über die Amis schimpfen, damit die auch noch was abkriegen...
Zurück zum Thema. Rein is Bettchen und in der Früh hab ich den Chris ziemlich früh aus dem Bett geworfen, damit wir noch losgehen können, bevors zu heiß wird. Also um 7 aufstehen, zur Yosemite-Lodge fahren, einen Breakfeast Burrito essen, ab zum Camp 4, Auto Parken unsere 7 Sachen packen und zur 6-8 Stunden Wanderung aufbrechen. So war sie zumindest angegeben.
Beim Raufgehen sind wir gut im Zeitplan gelegen, 10 Höhenmeter in 1 Minute. Leider ist es irgendwann wieder bergab gegangen. Schade eigentlich. Wie auch immer, die Wanderung hinauf hat schon einmal spektakuläre Aussichten geboten und nach 2 Stunden waren wir am Gipfel. Ahja, wir sind zu den Upper Yosemite Falls auf der Westseite des Tals gegangen. Wirklich viel Wasser war um die Zeit nicht mehr dort.
Jedenfalls ist es dort oben wunderschön. Wie fast alle Erhebungen dort, ist es ein riesiger Granitblock der oben abgeflacht ist. Durch den Fels zieht sich en kleiner Bach, der bei der Schneeschmelze recht groß und reißend sein soll. Kleine und auch größere Bäume klammern sich in Felsritzen und die Aussicht ist enorm. Das ganze Tal breitet sich vor einem aus, im Süden sieht man El Capitan, im Norden den Half Dome und dazwischen das grüne Tal durch das sich ein Fluß und viele kleine Bäche ziehen. Gigantisch. Für mich ein Moment um einfach dankbar zu sein, dass ich das erleben durfte.
Wir haben dort oben lange gechillt, Photos gemacht, gut gejausnet, unsere Füße in das kalte Wasser gesteckt und die Aussicht genossen. Leider hatten wir unsere Badehosen nicht dabei, denn die Gumpen laden zum Erfrischen und zum Reinspringen ein.
Nach der langen Pause haben wir uns wieder auf den Weg gemacht, ich hab noch ein paar Photos gemacht und Chris war noch schnell am Häuschen. Und was dann passiert ist, war wohl eine Kombination aus meiner Dummheit und Chris Orientierungslosigkeit, wobei die Dummheit natürlich schwerer wiegt. Ich hab nicht genau gewusst wo Chris hingegangen ist, und bin weiter Richtung Rückweg gegangen und hab auf einem hohen Felsen gewartet und geschaut ob ich Chris irgendwo sehe. Nachdem Chris nicht gekommen ist, habe ich mir gedacht, dass er vielleicht schon am Weg nach unten ist, und bin zur Weggabelung gegangen, anstatt dorthin zurückzugehen, wo wir uns zuletzt gesehen haben. Chris hat mich nicht gefunden und wollte zur Weggabelung um zum Rückweg zu gelangen, hat diese leider verfehlt und ist den Bergrücken weiter Richtung Westen gegangen. Nachdem Chris so lange nicht gekommen ist, bin ich den Weg ein Stück weiter hinuntergegangen, und hab gesehen, dass noch andere Wege zum Rückweg führen. Damit war ich in der unguten Situation nicht zu wissen, ob Chris vor oder hinter mir war. Ich bin den Weg also weiter hinunter und hab immer wieder angehalten und geschaut ob ich Chris irgendwo sehe, während Chris oben herumgeirrt ist, und nicht gewußt hat ob er am Rückweg schon vorbei ist, oder ob der noch kommt. Irgendwann ist er dann umgekehrt und hat den Weg dann noch gefunden, während ich am Weg hinunter war, weil ich dachte dass Chris vielleicht doch vor mir war.
Chris hat am Weg nach unten dann einige Leute gefragt, ob sie mich gesehen hätten, und einer hat dann gemeint, dass ich schon 1,5 Stunden Vorsprung hätte.
Also ist Chris den Weg nach unten mehr gerannt als gegangen, und hat sich schon überlegt wie viele er mir für die Aktion auflegen sollte...
Er hat dann immer wieder ein paar Leute gefragt ob sie mich gesehen hätten, und der Abstand wurde immer knapper. Ich bin unten angekommen und hab festgestellt, dass Chris noch nicht unten ist, also hab ich mich auf eine Bank gesetzt und gewartet.
Igendwann hab ich mir gedacht: "Das gibts ja nicht!" und bin zum Auto zurück, und da ist Chris dann auf einer Bank gesessen und hat gewartet. Etwa 10 Minuten. Gottseidank. Da ist seine Wut schon verraucht gewesen und er hat mir keine mehr aufgelegt.
Wir sind dann zurück zum Camp gefahren und haben am Weg schon Fuerholz gesucht, im Camp dann ein herrliches Feuer gemacht und Steaks, Burger, Hotdogs, und Mais gegrillt. Etwas mysteriös ist allerdings, dass einer unserer Maiskolben verschwunden ist. Vielleicht haben ihn die netten Anhalter mitgehen lassen, die wir mitgenommen haben, wer weiß?
lg Andi
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