Da uns die Kälte in der Früh leider länger im Schlafsack gehalten hat, als geplant war, sind wir recht spät ins Yosemite Valley aufgebrochen. Wenn man keinen Campingplatz im Valley selbst hat, dauert die Anreise leider etwas, da die Straßen sehr kurig sind, und die Geschwindigkeitslimits aus Rücksicht auf die Bären sehr niedrig sind. Die Straße von unerem Campingplatz hinauf zum Pass war sehr kurvig und sehr löchrig, deswegen dauerte die Anreise auch etwa 50 Minuten, trotz sportlicher Fahrweise.
Im Valley angekommen haben wir uns in der Yosemite Lodge einen Breakfast Burrito gegönnt. Das ist ein Maisteigfladen, in dem Eierspeise, Speck und Kartoffelstückchen eingewickelt waren. Das war echt ein stärkendes Frühstück und hat uns durch den Tag getragen. Ok, wir haben erst um 11 gefrühstückt. Da es schon sehr spät und sehr hieß war, die Temperatur am Tag liegt auch auf dieser Höhe (2000 - 3000m m) bei knappen 30° Celsius. Wir haben uns dann für eine kleine Runde zum Mirror Lake entschieden, der zu dieser Jahreszeit allerdings nur mehr ein Flüsschen war. Wir haben dann versucht den Fluss flussaufwärts zu waten, leider ist er doch ziemlich tief geworden, was uns im Nachhinein zu Helden in Unterhosen gemacht hat, damit unsere Hosen wieder trocknen konnten.
Nach der kleinen Runde wollten wir noch Lebensmittel einkaufen fahren, um am Abend richtig gut grillen zu können. Das Problem dabei ist natürlich, dass das nächste Geschäft nicht um die Ecke liegt. Wir sind also aus dem Yosemite Valley zum pass hoch gefahren und dann weitergefahren und gefahren und gefahren.
An irgendeinem Punkt hat sich mein Talent wieder gezeigt im falschen Moment das falsche zu tun, und Chris Talent im richtigen Moment das richtige zu tun.
Andi: "Scheisse, jetz simma scho ewig unterwegs und da kommt nix. Dreh ma um und schau ma zu der Tankstelle am Weg und kauf ma da was!"
Chris: "Na, jetz simma scho so weit gfahrn, a bisl fahr ma noch.!"
Und wir fahren um die näcste Kurve und da is das Geschäft das wir gesucht haben.
Dort hamma glei amoi für 50 Dollar gut eingekauft, Mais, Fleisch, Würstel, Bagels, Wurst, Käse, Tomaten, Äpfel, Pfirsiche, Feuerzeuge, Kekse... alles was gut war.
Anschließend sind wir noch zum Glacier Point gefahren, einem Aussichtspunkt auf der östlichen Seite des Yosemitetals. Wir wollten dort oben den Sonnenuntergang genießen und haben deswegen ziemlich Gas gegeben. Zum Glück war kein Ranger oder Bär im Weg.
Auf dem Weg zum Aussichtspunkt sehen wir plötzlich Bewegung im Gebüsch. Ich schnapp mir die Filmkamera und da spaziert echt ein Bär durch den Wald. Vor uns waren noch 2 andre Autos, deren Insaßen den Bär auch gesehen haben, und vor den Autos hat er dann die Straße überquert. Wir haben das Auto dann geparkt und Filmkamera und Photoapparat geschnappt und wollten dem Bären nach um ein paar gute Bilder zu bekommen.
Ich Mädchen bin eher auf der Straße und in der Nähe vom Auto geblieben, während Chris in den Wald gegangen ist um möglichst nahe an den Bären heranzukommen. Zugegeben, es war kein ausgewachsener Bär, aber Bär bleibt Bär.
Chris schleicht sich also von Westen her an den Bären heran, der Wind kommt von Osten, also kann der Bär keine Witterung aufnehmen. Von den vielen neugierigen Touristen gestört, bewegt sich der Bär immer weiter nach Westen, genau auf Chris zu. Chris kommt dem Bären näher als erwartet und auch näher als er sich gewünscht hat. Nachdem Chris um einen kleinen Felsen biegt, steht er dem Bären plötzlich gegenüber. Chris weiß, dass vor ihm ein gefürchtetes Gegner steht. Aber auch der Bär weiß, dass er es hier mit einem waschechten Steirer zu tun hat und bekommt Angst. Unschlüssig knurrt der Bär Chris an und wartet auf ein Zeichen von Angst, das Startsignal sich auf ihn zu stürzen und ihn anzuknabbern. Doch Chris zögert nicht lange und befördert den unschlässigen Bären mit einem Roundhouse-Kick in die ewigen Jagdgründe. Noch lange wird man sich die Geschichte von dieser Begegnung erzählen. Oder auch nicht.
Auf jeden Fall hat sich der Bär in Chris Richtung bewegt, und Chris hat sich hinter einem Baum versteckt, um dem Bären nicht noch mehr Angst einzujagen, als dieser ohnehin schon gehabt hat. Für seinen Mut und seine Nachsicht mit dem armen Geschöpf wurde er mit gutem Bildmaterial und Bonuspunkten auf der Karmabank belohnt.
Ich hab zwar auch ein paar gute Photos bekommen, mir aber keinen Platz in den Hallen unserer Vorväter verdient.
lg Andi
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